Paritätisches Jugendwerk NRW

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Comic: verschiedene Jugendliche mit Superheld*in

Ein Jahr lang für die Kinderrechte unterwegs

Zum 30jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention (1989) im vergangenen Jahr hat das Ministerium für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW (MKFFI) ein Sonderprogramm aufgelegt. Ziel ist es, besser über die Rechte von Kindern zu informieren und für ihre Achtung zu sensibilisieren. Weil Kinder und Jugendliche nur dann zu ihrem Recht kommen können, wenn sie selbst und sie begleitende Erwachsene auch um diese Rechte wissen, engagiert sich das Paritätische Jugendwerk (PJW) NRW für ihre Bekanntmachung und Umsetzung im Rahmen einer „Jetzt erst RECHT“-Tour.

Infolge der Corona-Pandemie ist dieses Programm bis Ende 2020 verlängert worden.

Jugendliche stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten

In das Zentrum der Kinderrechtetour rückte das PJW alle Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren. Denn Kinderrechte gelten für alle Kinder bis zur Volljährigkeit. Dabei geraten die Jugendlichen oftmals aus dem Blick. Dem will die Tour etwas entgegensetzen. Gerade die Perspektive der Jugendlichen zu ihren Rechten werden eingefangen und über soziale Medien ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit gerückt.

 

Die erste Tour-Etappe: Video-Clips mit Michel Abdollahi

Den Auftakt der PJW-Kinderrechtetour bildete eine Reihe von Video-Clips mit dem Moderator und Performance-Künstler Michel Abdollahi. Er hat Jugendliche in ausgewählten Mitgliedsorganisationen des PJW besucht, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen: Warum gibt es eigentlich die UN-Kinderrechtskonvention? Kennt ihr eure Rechte? Welche Rechte werden aus eurer Sicht noch nicht ausreichend geachtet? Im Gespräch mit Abdollahi erzählten die Jugendlichen, wie sie sich eine geschlechtergerechte Welt vorstellen, was sie sich in Bezug auf ihre Rechte wünschen und wo sie Rechtsverletzungen in ihrem Alltag erleben. Dabei sind Video-Clips entstanden, die auf eine kurzweilige und jugendgerechte Weise eine Auseinandersetzung mit den Kinderrechten ermöglichen.

Video zur Kinderrechte-Tour

PJW-KinderrechteTour: ++Achten Sie meine Rechte++

Die zweite Tour-Etappe: Plakate und Postkarten

Gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen des PJW sind Postkarten und Plakate entwickelt worden, die insbesondere Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren über die für sie besonders relevanten Rechte ansprechen. Zehn Superhelden im Comicstil verteidigen zehn relevante Jugendrechte mit ihrer Superkraft. So werden die einzelnen Rechte für Jugendliche in ihren Alltag transportiert.

Gerne stellen wir diese Materialien zur Verfügung!

 

Die dritte Tour-Etappe: Förderung innovativer und bewährter Kinderrechte-Projekte

Viele Mitgliedsorganisationen des PJW haben sich in ihrer langjährigen Praxis bereits auf vielfältigste Weise mit dem Thema Kinderrechte auseinandergesetzt. Auf diesen Erfahrungsschatz und das damit verbundene Know-how setzt die dritte Etappe der PJW-Kinderrechtetour. Im Rahmen der Weiterleitung von Mitteln aus dem Sonderprogramm Landes unterstützt das PJW eigene Maßnahmen und Projekte der Mitgliedsorganisationen. Die Sensibilisierung von Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren für ihre Rechte sowie die Stärkung ihrer Persönlichkeitsbildung stehen hierbei bei allen Projekten im Zentrum.

Die geplante Projektlaufzeit für 2020 ist aufgrund der Corona-Pandemie ausgedehnt worden, so dass einige Projekte noch bis zum Ende des Jahres umgesetzt werden können.

Die vierte Tour-Etappe: Workshops für Jugendliche und Erwachsene

In sechs PJW-Mitgliedsorganisationen wurden Kinderrechte-Workshops umgesetzt und medial aufbereitet. Im ersten Teil der Reihe setzten sich Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 18 Jahren zunächst mit einem Schwerpunkt-Kinderrecht auseinander. Sie entwickelten hierbei ihre eigenen Botschaften, kreative Ideen und setzten diese gestalterisch in einem Video-Clip um. Unterstützt und fachkundig begleitet wurden sie hierbei durch die Agentur Härmanz und das PJW-Team.

Der zweite Teil der Workshopreihe, der für die Osterferien 2020 geplant war, stand unter dem Vorzeichen der Corona-Pandemie. In dieser Ausnahmesituation nach der Berücksichtigung der Rechte von Jugendlichen zu fragen, unterstrich für uns die Bedeutsamkeit der UN-KRK. Wann, wenn nicht jetzt, sollte es darum gehen, die Rechte derjenigen in den Fokus zu rücken, die die Beschränkungen durch Schulschließungen, Aussetzung von Kultur- und Freizeitangeboten mit besonderer Härte traf? 

Gemeinsam mit der Agentur Härmanz, konnten wir Mitgliedsorganisationen gewinnen, die weiterhin in engem Kontakt mit den Mädchen und Jungen ihrer Jugendeinrichtung standen. So gelang es, Web-Workshops mit jeweils vier Kindern und Jugendlichen zu einem für sie in der Coronakrise bedeutsamen Kinderrecht zu realisieren. Mit ihren eigenen Handys lieferten sie unter Anleitung eines versierten Kameramanns tolle Szenen, die anschließend zu einem Film zusammengefügt wurden. Entstanden sind hierbei tolle und zum Teil sehr bewegende Videoclips, beispielsweise aus Emsdetten und Bochum

Und weil es für die wirksame Umsetzung von Kinderrechten nicht nur aufgeklärte Kinder und Jugendliche braucht, sondern auch sensibilisierte pädagogische Fachkräfte und Ehrenamtliche, lud das PJW NRW interessierte Jugendarbeiter*innen am 18.02.20 zu einem Fachtag mit Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker, Uni Hamburg, ein. Die praxisnahen Impulse und Ansätze zur Realisierung von mehr Partizipation in der Jugendarbeit stießen auf großes Interesse.

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