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Fachtag Antisemitismus – alte und neue Herausforderungen im Alltag und für die Jugendarbeit

29. April 2019 | 10.00 – 17.00 Uhr | Köln
LVR, Horion-Haus, Raum RHEIN
Hermann-Pünder-Straße 1, 50679 Köln-Deutz

Kontakt
Ahmet Edis

Im April 2018 wurden in Berlin zwei junge Männer mit Kippa angegriffen und antisemitisch beleidigt. Einer der arabisch sprechenden Täter schlug mit einem Gürtel auf eines der Opfer ein. In Chemnitz attackierten im September Neonazis ein jüdisches Restaurant und verletzten den Besitzer.

Laut der 2017 veröffentlichten Studie „Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland“ vermeiden knapp 58 Prozent der befragten Jüdinnen und Juden aus Sicherheitsgründen bestimmte Stadtteile und Orte. 70 Prozent verzichten auf äußerlich erkennbare jüdische Symbole. Ende 2018 bestätigte eine Umfrage in 12 EU-Ländern eine Zunahme des Antisemitismus europaweit.

Antisemitismus ist mitten in der Gesellschaft, hat eine jahrtausendealte Tradition und kann verschiedene Formen annehmen. Nur ein kleiner Teil davon taucht in der polizeilichen Kriminalstatistik auf. Auch Verschwörungstheorien, sekundärer oder israelbezogener Antisemitismus ziehen sich durch die Gesamtgesellschaft. Aktuell gerät verstärkt muslimischer Antisemitismus in den Blick, der tatsächlich auch in der Jugendarbeit eine Herausforderung darstellt.

In öffentlichen Diskursen wird jedoch häufig pauschalisiert und von einem „importierten“ muslimischen Antisemitismus als Problem der Migrationsgesellschaft gesprochen. Andere Formen des Antisemitismus geraten dabei schnell in den Hintergrund. Angesichts dieser Entwicklungen steht die offene Kinder- und Jugendarbeit vor großen Herausforderungen. Rassismus-kritische und partizipative pädagogische Ansätze müssen gestärkt werden, um die Werte einer offenen und pluralistischen Gesellschaft besser zu vermitteln.

Wie kann die Jugendarbeit verantwortungsvoll und sachlich mit diesen Themen umgehen? Wie können Pädagoginnen/Pädagogen gemeinsam mit Jugendlichen Strategien gegen menschenfeindliche Einstellungen in der Jugendarbeit und im Alltag entwickeln?
Wie können wir als vielfältige, multireligiöse und multikulturelle Gesellschaft reagieren?

Wir laden Sie herzlich ein, mit uns über diese Themen zu diskutieren.

Veranstalter:
Eine Kooperationsveranstaltung des Paritätischen Jugendwerks NRW mit dem LVR-Landesjugendamt, der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf/SABRA, der Hochschule Düsseldorf/ FORENA und dem Paritätischen NRW.

Der Einladungsflyer mit dem Programm:

Anmeldeschluss ist der 1. April 2019.

Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro.
Studierende zahlen eine ermäßigte Teilnahmegebühr von 15 Euro.

 



 
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