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Startseite Projekte Projektarchiv Dialogprojekt 2006: Alevitische Jugendarbeit  · 

Projekt 'Profil alevitischer Kinder- und Jugendarbeit in NRW'

Foto Projektpräsentation

Die Projektbeteiligten Cem Kara, Rainer Kascha und Özgür Baydar (von links) mit Ulrike Werthmanns-Reppekus (Geschäftsführerin des Paritätischen Jugendwerkes NRW)

Gemeinsam mit dem Landesverband der Alevitischen Jugend NRW hat das Paritätische Jugendwerk NRW das Projekt "Profil alevitischer Kinder- und Jugendarbeit in NRW" vom 01.11. bis zum 31.12.2006 durchgeführt.
Der alevitische Glaube und seine Jugendarbeit in den 31 Gemeinden NRW wurden differenziert und im Unterschied zu anderen Muslimen betrachtet und dargestellt.

Zentrale Projektergebnisse sind:

  • Der in Deutschland weit verbreitete Eindruck, dass der Islam eine einheitliche Weltreligion sei, wird korrigiert: In dem Maße, wie man sich in die muslimische Wirklichkeit begibt, werden die großen Konfessionen (Sunniten, Schiiten, Aleviten) und die kleinen Gruppierungen und ihre Verfasstheit deutlicher. Diese Differenzierung ist notwendig, um sich migrationssensibler und mit verbesserter interkultureller Kompetenz in der sozialen Arbeit bewegen und den vielen Vorurteilen gegenüber alevitischen und anderen muslimischen Organisationen begegnen zu können.
  • Die alevitische Jugend konnte das Jugendhilfesystem, die entsprechenden Anerkennungsvoraussetzungen, aber auch unseren Verband näher kennen lernen. Den Vertretern der alevitischen Jugendarbeit wurden die langen Wege zur Anerkennung als Jugendhilfeträger (Jugendverband NRW oder örtliche Anerkennungen und danach die Landesebene) deutlicher. Dadurch wurden die Aufgaben und Gesprächspartner vor Ort abschätzbarer. Es hat sich gezeigt, dass die Arbeitshilfe "Anerkennung von Organisationen der Migranten- und Migrantinnen-Selbsthilfe als Freie Träger der Jugendhilfe" (auch wegen der türkischen Fassung) hilfreich in der örtlichen Unterstützung und Beratung ist.
  • Die Aleviten und ihre Gemeinden zeichnen sich in der Regel durch ein hohes soziales Engagement, hohe Bildungsorientierung und eine durchgängig eigene Jugend- und Frauenarbeit aus. Damit leisten sie einen beachtlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in den jeweiligen Kreisen und Kommunen.

Projektpräsentation am 10. Februar 2007 im Haus der Begegnung in Essen

Foto Projektpräsentation

Dr. Volker Bandelow begrüßt die Gäste zur Projektpräsentation.

"Es gibt die alevitische Jugend, sowie es die katholische oder evangelische Jugend gibt – eine religiös ausgerichtete Jugendorganisation. Nur mit dem großen Unterschied, dass die alevitische Jugend (noch) nicht anerkannt ist. Unser Projekt unterstützt diesen Weg zur Anerkennung durch Sammeln und Bereitstellen von Informationen und Bildern", so umriss Dr. Volker Bandelow, Vorsitzender des Paritätischen Jugendwerkes NRW die Zielsetzung des Kooperationsprojektes, das im November und Dezember 2006 gearbeitet hatte und mit der Präsentation einen (vorläufigen) Schlusspunkt setzt.


Foto Projektpräsentation

Cemalettin Özer

Cemalettin Özer vom Bundesvorstand der alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. begrüßt die Initiative der beiden Jugendorganisationen und verweist darauf, dass die Aleviten in Deutschland eine "Minderheit in der Minderheit" seien.
Die Minderheit der Türken in Deutschland seien überwiegend sunnitischen Glaubensrichtungen zuzuordnen. Ca. 30% der Türken seien dagegen alevitischen Glaubens.


Foto Projektpräsentation

Özgür Baydar, NRW-Beauftragter der Alevitischen Jugend Deutschlands

"Wichtige Schwerpunkte alevitischer Jugendarbeit sind Bildung und Kultur."

Foto Projektpräsentation

Cem Kara, Vorsitzender der Alevitischen Jugend NRW

Die beiden Vertreter des noch jungen Verbandes, Cem Kara und Özgür Baydar erläutern die Ziele der Jugendarbeit und geben Antwort auf die vielen Fragen und Anmerkungen der Gäste.


Foto Projektpräsentation

Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter des Landes NRW

Foto Projektpräsentation

Peter Renzel (Jugendamtsleiter Essen), Thomas Kufen (Integrationsbeauftragter NRW) und Georg Bienemann (LAG Katholischer Kinder- und Jugendschutz NRW) im Flurgespräch (von links nach rechts)

Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter NRW, sprach ein Grußwort, das von viel Kenntnis über die religiösen Besonderheiten des alevitischen Glaubens zeugte.

Der Essener Jugendamtsleiter Peter Renzel zeigte sich offen und sehr interessiert an den Zielen und Perspektiven alevitischer Kinder- und Jugendarbeit. Er regte an, sich einzubringen und bot das Gespräch an.


Foto Projektpräsentation

Rainer Kascha vom Paritätischen Jugendwerk NRW leitete das Projekt.

Rund 60 Gäste waren der Einladung des Paritätischen Jugendwerks NRW zur Projektpräsentation gefolgt; darunter Vertreter und Vertreterinnen etlicher alevitischer Gemeinden, Initiativengruppen der Jugendarbeit sowie katholische und evangelische Jugendorganisationen. Auch Vertreter der alevitischen Gemeinde Essen zeigten sich interessiert, ihre Jugendarbeit auszubauen, auf organisatorisch tragfähige Füße zu stellen und das angebotene Gespräch mit dem Essener Jugendamt zu suchen.

Zufrieden stellte der Projektleiter Rainer Kascha am Ende der Präsentation fest: "Bis zur Anerkennung der alevitischen Jugend NRW als Träger der Jugendhilfe ist zwar noch ein weiter Weg, aber erste Wegstrecken sind gegangen und die signalisierte Gesprächsbereitschaft lässt auf gute Weichenstellung hoffen! Das Projekt ist zu Ende, aber die Kontakte werden wir ausbauen."

Fotografische Impressionen aus der Projektpräsentation

Foto Projektpräsentation

  Im "Duo-Interview" werden Themen vertieft

Foto Projektpräsentation

  Musiker begleiten die Präsentation

Foto Projektpräsentation

  Weinblätter zur Stärkung in der Mittagspause

Foto Projektpräsentation

  Besime Atasever, die Filmemacherin aus Köln

Foto Projektpräsentation

  Applaus nach der gelungenen Filmpremiere

 

 

Gemeinsam mit der Alevitischen Jugend NRW legt das Paritätische Jugendwerk NRW eine umfassende Darstellung der alevitischen Jugendarbeit in NRW vor:
Film
Der Film „Alevitische Jugendliche in NRW“ (ca. 15 Min.) zeigt anhand von vier Portraits sowohl religiöses Leben wie Formen der Jugendarbeit.
Trailer (15 MB!)
Broschüre
Die Broschüre „Zum Profil alevitischer Kinder- und Jugendarbeit“ (72 Seiten) zeigt Inhalte und Ziele der Jugendarbeit, eine NRW-Karte mit den 31 Gemeinden und 40 Fragen/ Antworten zum Alevitentum.
Die Broschüre und der Film kosten jeweils 5,00 Euro plus Porto. Bestelladresse: Paritätisches Jugendwerk NRW, Loher Str.7, 42283 Wuppertal
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