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Rede des Vorsitzenden des PJW NRW - Dr. Volker Bandelow - zur Preisverleihung

Volker Bandelow

Initiativen-Preis 2019: Haltet Ihr zusammen?! – Verschieden sein – verschieden denken – gemeinsam handeln

Unsere Welt ist kompliziert geworden: eine globalisierte Welt, eine Welt der freiwilligen oder unfreiwilligen Migration, der immer vielfältiger werdenden Kommunikationsmöglichkeiten und -wege. Lebensweisen und Präferenzen können – zumindest vom Anspruch her – offen ausgelebt und vertreten werden. Die Rollen der Geschlechter in der Gesellschaft werden von vielen Seiten neu definiert. Und doch: eigentlich unumstößliche Werte des menschlichen Zusammenlebens erscheinen plötzlich verhandelbar.

Wenn das schon für Erwachsene kompliziert ist – von denen ja auch viele, wenn man diverse Posts liest, damit auch erkennbar überfordert sind – wie kompliziert ist das dann für Kinder und junge Heranwachsende.

Hier haben nicht nur das Elternhaus und die Schule, sondern besonders auch die außerschulische Jugendarbeit eine sehr wichtige Aufgabe. Es ist die Aufgabe, das Koordinatensystem verständlich zu definieren, demokratische Werte attraktiv zu machen, die jungen Leute in die Lage zu versetzen, auch dann, wenn sie verschieden sind und vielleicht auch verschiedene Ansichten haben, doch gemeinsam für das Gemeinwohl und in der Gemeinschaft handeln zu können.

Deshalb hat das Paritätische Jugendwerk seinen diesjährigen Initiativen-Preis unter die Leitfrage gestellt:
Haltet Ihr noch zusammen?! – Verschieden sein – verschieden denken – gemeinsam handeln


Schlüsselbegriffe für den notwendigen Prozess sind „Respekt“, „Toleranz“, „Bereitschaft zur Partizipation auf Augenhöhe“, „Sensibilisierung gegen Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“.

Welch schöne Gelegenheit, dass wir uns zur Feier der Preisvergabe hier im VielRespektzentrum in Essen versammeln können. In einer neuen Einrichtung mit einer spannenden neuartigen Konzeption, dass sich genau im Kern des Engagements für „Respekt“ und „Toleranz“ positioniert hat.

Eigentlich ist es Tradition, dass der Preis immer in der Einrichtung des ersten Preisträgers verliehen wird. Da der Verein HEIMATSUCHER e.V. nicht über eigene Vereinsräumlichkeiten verfügt, aber in Essen seinen Sitz hat und seine Vereinstreffen viele Male hier im VielRespektZentrum durchführte, sind wir der Einladung von Ali Can gerne gefolgt, die diesjährige Preisverleihung in diesen schönen Räumen durchzuführen. Auch dafür herzlichen Dank!

Hinzu kam, dass Ali Can Mitglied der diesjährigen Jury war. Zusammen mit Frau Supplie vom Handwerkerinnenhaus Köln e.V., der letzten Preisträgerin (2017), Frau Dr. von der Gathen-Huy, Technische Universität Dortmund, Forschungsverbund DJI / TU Dortmund, Frau Trawny vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW und mir. Alle Jurymitglieder haben intensiv gerungen und sind doch schließlich wieder zu einem einstimmigen Votum gekommen.

Bereits seit 1995 wird der Initiativen-Preis im zweijährigen Rhythmus vom Paritätischen Jugendwerk vergeben. Ermöglicht wird das regelmäßig durch das jeweilige Jugendministerium - aktuell das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI). Das Ministerium betont damit die Bedeutung der kleinen, vielfältigen problem-, themen und ortsbezogenen Initiativen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in NRW. Für die Unterstützung einen herzlichen Dank.

Die Jury hatte es sich nicht leicht gemacht, die drei Gewinner aus den Bewerbungen auszuwählen. Denn alle Projekte zeugen von so viel persönlichem Engagement, von so viel Selbstverpflichtung für die Zukunft der jungen Menschen, für den Willen und das Wollen, diese Welt gerechter und gleicher zu machen. Die Jury konnte viele interessante Ansätze sehen, bei denen es regelmäßig darum ging, Räume für ein offenes Miteinander unterschiedlicher Kulturen, Zugehörigkeiten und Perspektiven zu schaffen.
Ich bedanke mich im Namen des Paritätischen Jugendwerks sehr herzlich bei allen, die teilgenommen haben. Eigentlich hätten alle einen Preis verdient!

Es gehört zu der guten Tradition des Initiativen-Preises, dass die Jury in ausgewählten Fällen von dem Instrument der „Lobenden Erwähnung“ Gebrauch gemacht. Sie wird immer dann ausgesprochen, wenn der Jury bei der Arbeit bzw. in dem Projekt ein besonderer Aspekt so beachtenswert und wichtig erscheint, dass er besonders herausgestellt werden sollte. Diese Kriterien erfüllten in diesem Jahr gleich zwei Vereine, die zusätzlich zu den Gewinner*innen der ersten drei Preise ausgezeichnet werden.

Ein herzlicher Glückwunsch an alle fünf Preisträger*innen!

Dr. Volker Bandelow
Vorsitzender des Paritätischen Jugendwerks NRW und Mitglied der Jury

 



 
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