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Preisträger*innen des Initiativen-Preises 2019

Die Jury hat entschieden und aus vielen guten Projekten die drei Preisträger/-innen ausgewählt. Die Auswahl fiel der Jury in diesem Jahr so schwer, so dass darüber hinaus zwei lobende Erwähnungen ausgesprochen wurden. Im folgenden werden die Projekte kurz vorgestellt.

Der erste Preis geht an HEIMATSUCHER e.V. für das Projekt „Zweitzeug*innen“

HEIMATSUCHER e.V. baut persönliche Kontakte zu Holocaust-Überlebenden auf, dokumentiert die Geschichte dieser Zeitzeug*innen und trägt ihre Geschichte als sogenannte „Zweitzeug*innen“ an junge Menschen ab 10 Jahren weiter. Die persönlichen Erlebnisse wecken bei den Kindern und Jugendlichen Empathie für die Auswirkungen von Rassismus und Antisemitismus − eine wesentliche Voraussetzung für eine menschliche Gesellschaft.

Vertreterinnen von Heimatsucher

Vanessa Eisenhardt (HEIMATSUCHER e.V.): „Unsere wichtigste Aufgabe dabei ist das Zuhören. Denn jeder, der heute einem Zeugen zuhört, wird selbst zum Zeugen. Zum Zweitzeugen. Das Schöne ist, dass dieses Projekt nicht nur in eine Richtung geht. Die Zeitzeug*innen vertrauen uns ihre Geschichte an. Wir geben diese an Kinder und Jugendliche weiter, die dann wiederrum selbst, als Zweitzeug*innen, die Geschichten weitererzählen. Die Kinder und Jugendlichen können den Zeitzeug*innen auch etwas zurückgeben. Alle, die bei uns an einem Workshop teilgenommen haben, dürfen einen Brief an die Überlebenden oder an deren Kinder schreiben. Wir haben die Zeitzeug*innen gefragt, was es für sie bedeutet, diese Briefe von den Kindern aus Deutschland zu bekommen. Die Überlebende Chava Wolf sagte: ‚Solche Briefe bedeuten mich als Mensch. Niemand hat mich gesehen als Mensch, viele Jahre. Die Kinder verstehen. Die haben ein Gefühl. Die fühlen mit was ich mitgemacht habe."

Der zweite Preis geht an anyway e.V. Köln für das Projekt: „WIR* - Wissen ist Respekt“

Im Bildungs- und Aufklärungsprojekt WIR* bieten junge LSBT*-Menschen unter anderem interaktive Workshops im Themenfeld „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ an. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der persönliche Kontakt zwischen Jugendlichen und Multiplikator*innen, der zum Abbau von Vorurteilen und zu einer offenen und für Vielfalt empfänglichen Atmosphäre beiträgt. Hervorzuheben ist auch, dass sich LSBT*-Menschen offensiv in gesellschaftliche Prozesse einbringen.

Vertreter*innen von anyway

Dominik Weiss (anyway e.V.): „Die Schulklassen kommen zu uns rein, es werden Hemmschwellen abgebaut und wir eröffnen den Raum zum Austausch. Man kann jetzt nicht die ganze Welt entkernen, es ist auch nicht so, dass alle die Regenbogenfahnen schwenken, wenn sie rausgehen, aber es gibt Denkanstöße und neue Perspektiven. Das ist ganz schön zu sehen. Das ist eine Art von politischer Bildung, die wir leisten und wozu wir etwas beitragen.“

Der dritte Preis geht an Behindert – na und? e.V. Wuppertal für das Projekt „100 % Wir – Gemeinsam was erleben“

Im Projekt konnten Kinder und Jugendliche mit und ohne Einschränkung und aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten in einer Gruppe drei Jahre lang ihre Freizeit zusammen gestalten. Der Zusammenhalt in der inklusiven Gruppe wurde durch die gemeinsam verbrachte Zeit und die partizipativen Ansätze (zum Beispiel ein Kinderrat) gestärkt.

Vertreterinnen von behindert na und

Valerie Simanski und Susanna Rößler von Behindert – na und?: „Uns war wichtig, die Kinder miteinzubinden und alle Bedürfnisse miteinfließen zu lassen. Wir wollten den Kindern Raum geben, Entscheidungen zu treffen. Wir haben viel überlegt, wie wir das machen, weil wir auch Kinder dabeihatten, die sich nicht per Wahl äußern können oder auf typische Art und Weise, wie wir das alle können. Wir haben es geschafft, letztendlich alle gut einzubinden und ihnen eine wirkliche Wahlmöglichkeit zu geben.“

 

 
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