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Der Kinder- und Jugendförderplan NRW vor neuen Herausforderungen

Positionierung des Paritätischen Jugendwerkes NRW zum KJP für die Legislaturperiode 2011 – 2015

Die Arbeit der Initiativgruppen, die mittlerweile auf über 250 Organisationen angewachsen sind, unterstützt und fördert der Kinder- und Jugendförderplan KJP direkt über die verschiedenen Projekttöpfe. Grundsätzlich bejaht und fordert das Paritätische Jugendwerk NRW die Projektorientierung in der Jugendförderung. Sie kommt direkt bei den Kindern und Jugendlichen an und ist wegen ihrer Aktionsorientierung und Überschaubarkeit bei den Heranwachsenden sehr beliebt. Viele Aktivitäten und eine modellhafte Praxis wären ohne diese Projektförderung aus dem KJP NRW für die Initiativgruppen-Landschaft nicht zu Stande gekommen, da sie sonst von der anregenden Funktion der KJP-Förderung ausgeschlossen wären. Für die meisten Initiativen ist es nicht möglich, aus Mitteln der kommunalen (Grund-) Förderung heraus aktuelle Projekte zu aktuellen Themen für Kinder und Jugendliche anzubieten.

Von großem Nachteil ist das Signal: Wenn im KJP gekürzt wird, dann bei den Projektmitteln. Bauen Sie vielmehr die Projektförderung aus!
Die Förderbereiche im KJP sollten weiterhin dem Kinder- und Jugendförderungsgesetz entsprechen. Die Freiwilligkeit der Teilnahme und die Festlegung der Durchführung von Projekten außerhalb von Schulunterricht ist zu verstärken.

Problematisch sind die späten Bewilligungsbescheide, sodass Projekte oft frühestens im April beginnen können, 3 bis 5 Monate keine Projekte für Kinder und Jugendliche angeboten werden können, und überhaupt keine Jahresprojekte. Hier wären die Möglichkeiten hilfreich, die Fördermittel nicht an das Haushaltsjahr zu binden bzw. mehrjährige Projekte direkt beantragen zu können und komplett bewilligt zu bekommen.

Ein kritischer Punkt in der Projektförderung sind die 30% Eigenmittel, die viele Träger nicht aufbringen können. Hier ist die Berücksichtigung von bürgerschaftlichem Engagement (Erlass vom 07.03.2007) ein erster Schritt, der viel stärker ausbaufähig ist, auch über den 31.12.2011 hinaus.
Die mit der begrüßenswerten Richtlinienänderung vom 30.06.2010 bestehende Möglichkeit eines 10%igen Eigenanteils bedarf der Konkretisierung.

Da es bei dem Löwenanteil des KJP, der Förderung der Infrastruktur, keine Dynamisierung gibt und auch bei der Projektförderung eine Quote fehlt, ist die Bettdecke einfach zu kurz. Ganz gleich, wo Sie ziehen – es reicht nicht. Von daher plädieren wir für eine erhöhte Grundförderung für das PJW sowie eine wesentlich bessere Finanzausstattung im KJP, überwiegend im Bereich der Projektförderung.

Große Sorgen bereitet uns die Entwicklung in einigen Kommunen des Landes. Die Kürzungsankündigungen verheißen nichts Gutes. Hier droht weiter Offene Kinder- und Jugendarbeit und Jugendkulturarbeit weg zu brechen. Jugendarbeit als Bildungspartner ist keine nachwachsende Ressource!

Bei den Schwerpunkten haben sich aus unserer Sicht neben der Initiativgruppenförderung (Position 2.2), die Mädchen- und Jungenarbeit (Pos. 4.2), die Angebote für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte (Pos. 4.3) und die Medienarbeit (Pos. 3.2) in hohem Maße bewährt. Neuen Schwerpunkten zur Gesundheitsförderung und zur Inklusion sollte eine größere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Bereich der Kooperation von Jugendhilfe und Schule bedarf der Neuausrichtung.

Und die Kinder und Jugendlichen des Landes brauchen die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit mehr denn je. Benachteiligungen, Zuwanderungshintergrund, Armut nehmen zu. Diese Zielgruppen werden oft auch durch die teils flächendeckenden Ganztagsangebote an der Schule nicht erreicht. Vielmehr bedarf es hier der tatsächlichen Kooperation von Jugendarbeit und Schule.
In Bezug auf die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule ist es aus Sicht des PJW wichtig darauf hin zu weisen, dass die Zusammenarbeit immer dann besonders erfolgreich war und ist, wenn die Eigenständigkeit der Jugendhilfe- bzw. Jugendkulturträger gewahrt bleibt. Nur auf Augenhöhe können ihre besonderen Stärken im Bereich der nonformalen Bildung in den Schulalltag zum Wohl der Kinder und Jugendlichen eingebracht werden; selbstverständlich auch hier eine adäquate Finanzierung vorausgesetzt.

Paritätisches Jugendwerk NRW
Wuppertal, im September 2010


Der Text basiert auf dem PJW-Statement zur Rückschau auf den Kinder- und Jugendförderplan NRW (2006 – 2010), das am 2. Juni 2010 in der Veranstaltung der beiden Landesjugendämter LWL und LVR in Köln vorgetragen wurde.

 

Der Text basiert auf dem PJW-Statement zur Rückschau auf den Kinder- und Jugendförderplan NRW (2006 – 2010), das am 2. Juni 2010 in der Veranstaltung der beiden Landesjugendämter LWL und LVR in Köln vorgetragen wurde.


 
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