Franz Müntefering (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen)
Franz Müntefering (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen)
"... MAGS und Jugendwerk: eine Beziehung mit Startschwierigkeiten. Ich verrate hier kein Geheimnis, wenn ich sage, dass es in meinem Ministerium auch Schwierigkeiten gegeben hat mit der Frage nach der Förderung des Paritätischen Jugendwerkes.
Drei Jahre lang haben wir uns mit dieser Frage auseinandergesetzt.
Die Tatsache, dass dies so lange gedauert hat, hat nicht mit einer politisch unterschiedlichen Einschätzung zu tun. Sondern vielmehr mit Unsicherheit beim Umgang mit einer nicht klar nach Mitgliedern strukturierten Organisationsform.
Doch Schwierigkeiten hatte nicht nur das MAGS. Schwierigkeiten ergaben sich auch in den Kommunen, die sich schwer getan haben, Initiativen auch finanziell dauerhaft abzusichern.
Heute, ein Jahrzehnt später, haben wir alle Anlass, dem Paritätischen Jugendwerk zu diesem Jubiläum zu gratulieren. Ich tue das gerne und freue mich, Ihnen die Grüße und die Glückwünsche der Landesregierung zu überbringen.
Diese Glückwünsche verbinde ich nicht mit einem Geschenk, etwa mehr Geld aus dem Landesjugendplan, sondern mit einer Anerkennung für die fachliche und fachpolitische Kompetenz des Netzwerkes von inzwischen 200 Organisationen.
Die Vielfalt ihrer Arbeit hat die Ressentiments und Kritik am Paritätischen Jugendwerk längst ausgeräumt.
Festzustellen ist aber auch: Es ist um Initiativen ruhiger geworden. Ihre Arbeit ist nicht nur akzeptiert, sondern sie ist vielfach selbstverständlich. Obgleich sie ihre Arbeit unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen tun und die öffentliche Förderung dem mitunter nicht hinreichend gerecht werden kann.
In der Regel haben Initiativen und Selbsthilfegruppen zumeist einen stadtteilorientierten, lokalorientierten Ansatz. Dennoch ist ihre Bedeutung für die Jugendpolitik keinesfalls zu unterschätzen.
Im Gegenteil:
Initiativen sind unverzichtbar – Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Jugendpolitik
...
Sie übernehmen eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung und füllen Lücken in der Angebots- und Leistungsstruktur der Kommunen sowie der traditionellen Träger der Jugendhilfe.
Ohne dieses von Ihnen geschaffene Initiativennetz wäre vielfach Jugend- und Kulturarbeit vor Ort nicht möglich. Sie bilden eine wichtige Säule der Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen. Ich bin dankbar und froh über dieses Engagement.
...
Ich bin der Meinung:
Jugendarbeit muss sich verändern, sie muss offen genug sein, um auf neue Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen einzugehen. Sie muss auch in der Lage sein, zentrale Leitbegriffe, Strukturen und Aufgaben zu überdenken und weiterzuentwickeln. In 9 Thesen möchte ich Veränderungen und neue Anforderungen formulieren.
Dank an das Jugendwerk
Die Arbeit und das Engagement der Initiativgruppen in Nordrhein-Westfalen zeigen: Sie sind in all den von mir genannten Bereichen tätig; sie versuchen, mit neuen Wegen unkonventionelle Arbeitsansätze zu entwickeln und zu fördern.
Das ist wichtig, das ist unverzichtbar für die politische Kultur unseres Landes.
Ich will mich dafür einsetzen, dass dies so bleibt. Und ich werde die mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um ihre Arbeit positiv zu begleiten.
10 Jahre Paritätisches Jugendwerk NRW sind genug – Grund zum feiern.
10 Jahre Paritätisches Jugendwerk sind aber nicht genug, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen Chancen zu geben, Demokratie zu vermitteln, Toleranz zu üben und das friedliche Zusammenleben in unserem Land zu unterstützen."
Hier die komplette Rede als PDF-Datei:
ZUR LANDESPOLITISCHEN BEDEUTUNG VON INITIATIVEN IN DER KINDER- UND JUGENDARBEIT
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Franz Müntefering (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen)