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12. Konferenz "Praxis der Jungenarbeit"

"Jungen schützen"
12. Konferenz "Praxis der Jungenarbeit"

10. Mai 2012
10.00 - 17.00 Uhr
Landschaftsverband Rheinland / Horion-Haus
Köln

Teilnehmerbeitrag: 30 €

Kontakt: Rainer Kascha

Jungen schützen: Eine Selbstverständlichkeit – oder eine Provokation?

Schon seit dem vielzitierten Klassiker „Kleine Helden in Not“ ist bekannt, dass Jungen in vielen Lebenslagen Unterstützung brauchen. Und auch die Diskussionen der letzten Jahre rund um u.a. die mögliche Bildungsbenachteiligung von Jungen haben zu der Erkenntnis geführt, dass Jungen nicht per se immer besser da stehen im Leben – und Hilfen von daher angebracht sind.

„Jungen schützen“ geht aber noch einen Schritt weiter und nimmt Jungen explizit als mögliche Opfer in den Blick. Diese Haltung ist zwar in Fachkreisen schon länger ein Thema – im Mainstream der (pädagogischen) Diskussionen jedoch noch nicht angekommen. Exemplarisch kann hier die Diskussion über sexuellen Missbrauch an Jungen in pädagogischen Einrichtungen genannt werden, in der eine explizit geschlechtsbezogene Reflexion der Folgen für Jungen und Männer weitestgehend nicht stattfand.

Auch für viele Jungen wird es nach wie vor nicht selbstverständlich sein, sich als schutzbedürftig zu sehen. Herkömmliche und archetypische Bilder wie die des Beschützers und/oder des Kriegers und damit einhergehende eigene wie auch Erwartungen der Umwelt stehen dem ebenso im Wege wie die Scham, sich selbst als mögliches Opfer zu sehen und dies auch kund zu tun. „Opfer“ ist ein unter vielen Jugendlichen verbreitetes Schimpfwort – wer möchte da schon eines sein.

Dies erschwert pädagogische Zugänge in der Jungenarbeit. Hinzu kommen mögliche Berührungsängste der Fachmänner selbst zum Thema Schutzbedürftigkeit: Wo haben sie z.B. eigene Opfererfahrungen in ihrer Biografie gemacht? Wie sind sie mit Grenzüberschreitungen, mit Gefühlen der Ohnmacht umgegangen – und sind sie hier sprachfähig? Können sie als Vorbild tätig werden?

2012 ist das neue Bundeskinderschutzgesetz in Kraft getreten. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, das Thema „Jungen schützen“ in den Mittelpunkt zu stellen. Die notwendige Verknüpfung zwischen den gesetzlichen Vorgaben und daraus folgenden Handlungsansätzen für öffentliche und freie Träger, Einrichtungen, Teams und Fachmänner wird Dr. Dirk Bange herstellen, Leiter der Abteilung Familie und Kindertagesbetreuung bei der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in Hamburg.

Jungen schützen ist ein weites Feld; es geht um den Schutz vor Übergriffen anderer, oft ebenfalls Jungen und Männer; es geht um den Schutz vor Medien, Kriminalität, aber auch den Schutz in pädagogischen Einrichtungen, also um sichere Strukturen. Das zeigen die Fachforen, in denen die Teilnehmer erprobte Zugänge auf Jungen kennenlernen und sich über eigene Erfahrungen aus der Jungenarbeit kollegial austauschen können.

Wir freuen uns auf eine lebendige und fruchtbare gemeinsame Fachkonferenz.

Der Einladungsflyer mit der Anmeldemöglichkeit:

Icon  Flyer (571KB)

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem LVR-Landesjugendamt Rheinland und der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit in NRW e.V.

Die Konferenz richtet sich, das hat Tradition, an männliche Fachkräfte aus den verschiedenen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe sowie aus dem Bereich Schule.

Anmeldeschluss: 16. April 2012
Eine Teilnahmebestätigung erfolgt Anfang Mai.


Ausdruck aus: http://www.pjw-nrw.de/content/e856/e11704/e12336/index_ger.html
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