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Interviews "Acht Tage Istanbul"

Umut Cocuklari Dernegi / Hoffnungskinder e.V.

Ferhat Sahin erläutert den Teilnehmern die Arbeit der Einrichtung

Interviewpartner Ferhat Sahin, 2. v. links

Im südlichen Randbezirk Bakirköy liegt im Schatten der landesweit bekannten Psychiatrie die Einrichtung des Vereins „Hoffnungskinder / Umut Cocuklari Dernegi“. Dessen stellv. Vereinsvorsitzer Ferhat Sahin ist 30 Jahre alt und frisch vermählt. Seine eigene Straßenkinderkarriere lässt er eindrucksvoll an seinen vernarbten Oberarmen erkennen.

Das Leben vieler Kinder und Jugendlicher auf der Straße ist von Stoffabhängigkeit geprägt (Alkohol, Patex, Capdagon, Lösungsmittel, Heroin etc.). Das Kind bzw. der Jugendliche muss sich, um Mitglied sein zu dürfen, dem Suchtmittel seiner Clique unterwerfen. Cliquen mit unterschiedlichen Suchtmitteln gehen sich aus dem Weg. In den Cliquen herrscht eine brutale Hierarchie.

Interviewpartner Ferhat Sahin, Umut Cocuklari Dernegi / Hoffnungskinder e.V.
(Interview türkisch, 0:34)
Übersetzung: Ich bin Ferhat Sahin. Ich wurde 1980 geboren. Ich bin stellvertretender Vorsitzender des Vereins Umut Cocuklari Dernegi, das heißt Hoffungskinder e.V. Wir machen Straßensozialarbeit und helfen den Kindern und Jugendlichen aus dieser Lebenssituation rauszukommen. Das Leben auf der Straße kenne ich durchaus sehr gut, denn 15 Jahre lebte ich dort. Ich habe meine Familie verlassen, weil mein Vater gewalttätig war und ich habe wegen verschiedener Straftaten insgesamt dreieinhalb Jahre im Gefängnis gesessen. Seit 10 Jahren mache ich jetzt Straßensozialarbeit.

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In der Dokumentation finden Sie die Einrichtung auf den Seiten 7 - 8

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Mor Cati / Lila Dach

Gruppenaufnahme der Teilnehmerinnen mit Frau Ilke

Interviewpartnerin Frau Ilke, 4. v. links

Mor Cati, 1990 gegründet, ist ein autonomes, feministisches Kollektiv von ca. 30 Frauen, die gegen häusliche Gewalt arbeiten. Dazu unterhält das Kollektiv eine Beratungsstelle und ein Frauenhaus, macht Prozessbeobachtungen und -begleitungen.
Die Arbeit wird durch Projektmittel (EU), der Heinrich-Böll-Stiftung und Spenden finanziert – es gibt keine öffentliche Zuwendung.

Die Arbeit findet in der Zivilgesellschaft große Unterstützung, z. B. leisten Juristinnen, Rechtsanwältinnen, Psychologinnen immer wieder ehrenamtliche Arbeit.
Staatlicherseits gibt es in Istanbul neun Frauenhäuser, die aber eher Notunterkünfte für Frauen sind und keine Möglichkeiten bieten, die eigenen Kinder mitzubringen.

Interviewpartnerin Frau Ilke, Mor Cati / Lila Dach
(Interview deutsch, 2:00)
Ilke beschreibt den Weg vom Osten der Türkei über Bremen nach Istanbul und von einem jungen Mädchen zur Geologin und jetzt aktiven Feministin. Frauensolidarität steht im Mittelpunkt der Arbeit des Vereins Mor Cati.

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In der Dokumentation finden Sie die Einrichtung auf den Seiten 9 - 10

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Stiftung TOCEV

Im Büro der Stiftung

Interviewpartnerin Ebru Uygun

Die Stiftung TOCEV hat 29 Beschäftigte und fünf Ehrenamtliche. Die Stifterin Ebru Uygun, die uns zum Gespräch in türkischer Sprache empfängt, aber bald in fließendes Deutsch wechselte, entstammt einer Istanbuler Textil-Dynastie und gründete mit 22 Jahren im Jahr 1994 ihre Stiftung.
Die Stiftung vergibt hauptsächlich Stipendien für Schulbau, da es zu wenig Schulen gebe.

Ihr Bildungsprivileg, das Studium in anderen Ländern war Frau Uygun sehr bewusst und sie will weniger priviligierte Kinder an Bildung heranführen.
Das Kind, das ein Stipendium erhält, wird dafür vom Lehrer ausgesucht. Die Stiftung entscheidet immer individuell nach einem Fragebogen, den Frau Uygun mit pädagogischer Beratung entwickelt hat. Wer die entsprechende Punktzahl erreiche, erhalte eine Förderung. Wenn der Lernerfolg bei den Kindern ausbleibt, findet ein Jahr lang eine Überprüfung der Situation des Kindes statt. Wenn sich nichts verbessert, können Stipendien auch wieder entzogen werden.

Interviewpartnerin Ebru Uygun, TOCEV-Stiftung
(Interview deutsch, 2:18)
Ebru Uygun beschreibt ihre Ausbildung in Istanbul und Genf sowie ihre Motivation zur Gründung einer eigenen Stiftung.

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In der Dokumentation finden Sie die Einrichtung auf den Seiten 13 - 14

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Düsler Akademisi / Traumakademie

Ercan Tutal

Interviewpartner Ercan Tutal

Ercan Tutal ist Vorsitzender des Vereins AYDER (Verein für Alternatives Leben). Er berichtet über das neue Projekt Düsler Akademisi und führt uns durch das neue Gebäude der „Dream Academie“, das von den Rotariern erbaut und vom Bezirksamt Besiktas überlassen wurde – miet- und energiefrei.
Er betont, dass er kein Geld erhält und gibt uns allen Rätsel auf, von was er und von was der Verein lebt, da vermeintlich nirgendwo – weder bei den Camps noch bei den Kursen für behinderte und nichtbehinderte Jugendliche – Geld fließe. Aber u. a. Vodafone Türkiye gehört zu den Sponsoren des Vereins.
Die Idee, Behinderte durch die Vermittlung unterschiedlicher Kulturtechniken (malen, filmen, fotografieren, musizieren, tanzen, usw.) teilhaben zu lassen, stellt er mit viel Herzblut vor. Wir sehen einige Produkte und neu eingerichtete Ateliers und Proberäume.
In der Türkei gelte Behinderung als „pity“ (Pech). Der Verein will nicht helfen, sondern den Behinderten ihr Recht auf Teilhabe (s. UNCharta) ermöglichen.

Interviewpartner Ercan Tutal, Düsler Akademisi / Traumakademie
(Interview türkisch, 0:22)
Ercan Tutal über seinen Weg zur Düsler Akademisi / Traumakademie und deren Tätigkeitsschwerpunkte.

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Interviewpartner Ercan Tutal, Düsler Akademisi / Traumakademie
(Interview türkisch, 0:40)
Ercan Tutal wirbt für das Freiwillige Europäische Jahr in der Düsler Akademisi / Traumakademie.

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In der Dokumentation finden Sie die Einrichtung auf der Seite 15

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Stiftung TOG und das Jugendzentrum Pembe

Volkan Pirinci

Interviewpartner Volkan Pirinci

Das hiesige Jugendzentrum Pembe Ev wird von der Stiftung TOG getragen. Volkan Pirinci, hauptamtlicher Mitarbeiter von TOG und Leiter des Jugendzentrums berichtet in Englisch und Türkisch, die Stiftung habe zwei Jugendzentren.

Die TOG ist in 48 Städten der Türkei vertreten. Das Netz wird von Istanbul ebenso wie von Ankara, Izmir und Diyarbakir aus koordiniert. Angeboten werden Trainings in Projektmanagement etc. in ca. 90 Camps an den Universitäten.

Türkeiweit gäbe es ca. 20 000 Freiwillige (Studentinnen / Studenten). Sozialer Unternehmergeist, Rechenschaftskompetenz, Teamarbeit und Respekt to Differences sind die Ziele der Stiftung. Integration erfolge über soziales Engagement. Trainingsprogramme gibt es z.B. zum Thema Demokratie und unsere Rechte.

Nachfrage: Gibt es keine Grenzen? Doch: Gewaltfreiheit!

Interviewpartner Volkan Pirinci, Stiftung TOG und Jugendzentrum Pembe
(Interview englisch, 0:50)
Volkan Pirinci beschreibt die zentralen Ideen der Stiftung TOG und das Jugendzentrum Pembe, das er leitet.

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In der Dokumentation finden Sie die Einrichtung auf den Seiten 18 - 20

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Stiftung "Anne Cocuk Egitim Vakfi (ACEV)"

Hilal Gencay

Interviewpartnerin Hilal Gencay

Frau Hilal Gencay studierte in Bochum und wohnte in Essen. Sie führt auf deutsch in die Arbeit ein. ACEV ist eine Mutter-Kind-Bildungsstiftung.
Auf Nachfragen informiert Frau Gencay: 30 Hauptamtliche und ca. 70 „Feldarbeiter“ in der Türkei arbeiten für ACEV. Im Weiteren nennt sie die Namen der Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates.

ACEV ist eine operative Stiftung, die von Spenden lebt und keinen großen Kapitalstock hat. Die Stifterin ist Frau Özim.
Der Dachverband heißt EVG. Da werden die Bildungsinitiativen koordiniert.
ACEV ist dabei, TOCEV nicht, da hier frühkindliche Bildung und Alphabetisierung der Schwerpunkt ist.

Das Programm wird mit ca. 6 500, von der Stiftung fortgebildeten Lehrern, darunter Freiwillige, umgesetzt. Je nach Programm gibt es Unterschiede im Alter und Geschlecht. 610 000 Mütter und Väter in 10 verschiedenen Ländern (EU und Naher Osten) hätte das Programm erreicht. Das Bildungsministerium hat das Mutter-Kind-Bildungsprogramm übernommen.

Interviewpartnerin Hilal Gencay, Stiftung ACEV
(Interview deutsch, 4:10)
Hilal Gencay hat nach ihrem Studium in Istanbul und Deutschland gezielt eine Arbeit bei ACEV angestrebt. Sie beschreibt das ehrenamtliche Engagement in den Programmen zur frühkindlichen Erziehung und Erwachsenenbildung (u.a. Väterunterstützungsprogramm).

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In der Dokumentation finden Sie die Einrichtung auf der Seite 21

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Soroptimisten und Kulturhaus Balat

Yasemin Özes

Interviewpartnerin Yasemin Özes

"Wir geben nicht den Fisch zum Essen – Wir zeigen, wie man fischt!", lautet das Motto des Clubs. Seit 1948 gibt es die Soroptimisten in der Türkei. 10 Clubs allein in Istanbul. 37 Clubs in der gesamten Türkei. Die Arbeitsschwerpunkte ihres Clubs seien: Gesundheit, Erziehung, Umwelt, Frauenrechte, internationale Beziehungen und ökonomische Entwicklung.

Balat Kulturhaus: Die eine Hälfte ist der Verwaltungsbereich für Versammlungen und ein Lokal. Die andere Hälfte ist für ein Cafe und Kunstausstellungen.

Deswegen gibt es auch eine Küche, in denen Frauen aus der Umgebung kochen können. Starköche sollen Kurse geben in dieser „Kochschule“.

Für Ausstellungen sollen die Räume vermietet werden. Z. B. für eine Skulpturenausstellung bezahle ich für die Räume nichts, aber auf alle Verkäufe wird ein Prozentsatz abgeführt und die Verköstigung bei der Eröffnungsfeier muss vom Cafe bezogen werden.

Interviewpartnerin Yasemin Özes, Soroptimistenclub
(Interview deutsch, 2:44)
Yasemin Özes stellt die internationale Organisation der Soroptimisten dar und ihr konkretes Engagement im Kulturhaus Balat, mit dem Ziel jungen Frauen eine eigene Existenz zu ermöglichen.

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In der Dokumentation finden Sie die Einrichtung auf den Seiten 22 - 24

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Sozialwesen und Sozialarbeit in der Türkei

Simone Puchta

Interviewpartnerin Simone Puchta

Die Türkei sei eine kollektivistische Gesellschaft im Unterschied zur eher individualistischen Gesellschaft Deutschlands, so Simone Puchta. Zuallererst komme die Familie und die Traditionen (vor allem religiöse), erst danach der Staat. 70 % der Bevölkerung sind unter 30 Jahren. Ca. 1 Mio Euro werden für Jugendzentren landesweit ausgegeben.

Frau Puchta merkt an, das es immer noch Misstrauen zwischen Bürgern und Staat gibt. Zwischen den einzelnen Institutionen, auch zwischen verschiedenen Beratungsstellen oder Stiftungen herrscht häufig Konkurrenzdruck statt Zusammenarbeit. Informelle Beziehungen nutzen oft mehr als das „Antragswesen“.
Populäre Themen haben gute Chancen gefördert zu werden. Beratung wird auf dem europäischen Markt eingekauft, um so ein Gütesiegel zu erhalten. Trotzdem bleibt die Qualität der sozialen Arbeit oft auf der Strecke – es reicht eine Basisversorgung.
Nach dem Regierungswechsel zur AKP habe sich einiges verbessert – die Regierung redet nicht nur, sondern handelt auch. Damit einhergehend ist allerdings auch ein stärkerer Konservatismus zu spüren, die Religion gewinnt an Bedeutung. (Zur Zeit unseres Besuchs wurde in den Medien die bevorstehende Gesetzesänderung zur Aufhebung des Kopftuchverbots an den Universitäten intensiv diskutiert.)

Interviewpartnerin Simone Puchta
(Interview deutsch, 7:20)
Simone Puchta skizziert im Gespräch mit Dörte Schlottmann ihre Biografie, die Gründe für ihr Leben und Engagement in Istanbul, ihren Aufgabenbereich beim Internationalen Bund und die Entwicklung des Stiftungswesens in der Türkei.

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In der Dokumentation finden Sie den Bericht den Seiten 4 - 6

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Bildungswesen

Auditorium

Während des Vortrages von Serap Girgin Baykal

Serap Girgin Baykal referiert über das Bildungswesen in der Türkei. Acht Jahre Schulzeit mit Schulpflicht soll sein. Der „Bologna-Prozess“ schiebt auch in der Türkei die Entwicklung an. Eine Durchsetzung der Schulpflicht ist schwierig, aufgrund von Tradition, aber auch Wegstrecken oder Wetterbedingungen.
Leider könne man aufgrund der hohen Abhängigkeit der Bildung von der wechselnden Politik kaum von einem Bildungssystem sprechen.

Das Einschulungsalter ist sechs Jahre. Es beginne mit einer Vorschule. Mit 15 Jahren hat man, nach neun Jahren Gemeinschaftsschule, den allgemeinen Schulabschluss. Nach dem siebten Jahr Gemeinschaftsschule könne man auf ein Gymnasium (drei Jahre). Eine Aufnahmeprüfung zur Universität erfolge über Dersane (eine private Institution!). Eine Studienreife liege ab 18./19. Lebensjahr vor.

Allgemeine Ganztagsschulen?: Nein! Aber die zahlreichen Privatschulen sind ganztägig geöffnet: 8.30–12.30 Uhr und 13.30–18.30 Uhr.
Eine optimale Nutzung der staatlichen Schulgebäude erfolge durch Unterrichts-Schichtdienst. Mindestens 20% der Kinder gehen aber in eine Privatschule (Kosten 5000 bis 6000 Türkische Lira pro Jahr).

Die Verletzung der Schulpflicht wird nicht sanktioniert, sondern pädagogisiert d.h. die Eltern werden aufgesucht und ermutigt (manchmal ermahnt), dafür zu sorgen, dass ihr Kind die Schule besucht.

Interviewpartnerin Serap Girgin Baykal
(Interview deutsch, 3:10)
Serap Girgin Baykal skizziert ihren Weg von Istanbul über München wieder nach Istanbul und ihr Engagement in verschiedenen Vereinen.

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In der Dokumentation finden Sie den Bericht über das Bildungswesen auf Seite 6

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Zur Lage der Frauen in der Türkei

Karin Ronge

Interviewpartnerin Karin Ronge

Die türkische Gesellschaft, so Karin Ronge, hat sich in den letzten 15 Jahren erstaunlich schnell gewandelt und positiv verändert. Dem hinken die politischen Eliten generell hinterher. Es gibt keinen wirklichen Willen (und damit auch kein Geld) für soziale Reformen bzw. Reformen mit den und für die Frauen. Gegenwärtig herrschen neoliberale bzw. rereligiöse Tendenzen vor.
Durch Wegfall der internationalen Geldgeber (z. B. Heinrich-Böll-Stiftung) verloren die autonomen Frauenhäuser ihre Existenz und nur Mor Cati konnte in den letzten Jahren durch eine einigermaßen stabile Spendenlandschaft ihr Frauenhaus stabilisieren.

Ende der 1990er Jahre kam es zu einem Boom der Frauenorganisationen in der Türkei. Seit 1995 wird das Programm „Menschenrechtserziehung für Frauen“ in 43 Provinzen durchgeführt. Sie erläutert die Schritte und Ergebnisse des Programms:

  • 63 % der Frauen können aus eigener Kraft die häusliche Gewalt stoppen
  • Frauen fangen an, eine Erwerbsarbeit nachzugehen
  • Frauen erziehen sich, ihre Töchter und ihre Söhne anders, und gewaltfreier

Frauen wissen, ihrer Meinung nach, sehr wenig über ihre Rechte, sind aber sehr an Informationen und Aufklärung interessiert. Deshalb sei das Programm auch erfolgreich. Es habe im Wohnzimmer begonnen und ist nun ein offizielles Programm. Ein Verein führt das Programm
in Zusammenarbeit mit dem Generaldirektorat Sozialdienst und Kinderschutz aus.
So wird die Arbeit über die Gemeindezentren (Toplum Merkezere) verbreitet. Über 7 000 Frauen durchliefen bisher das Programm. Bereits 1998 hatte die Türkei ein Gewaltschutzgesetz (erst 2002 in Deutschland).

Interviewpartnerin Karin Ronge
(Interview deutsch, 1:38)
Karin Ronge ging 1996 „kurzfristig“ nach Istanbul. Seit dem engagiert sie sich dort und international für die Rechte der Frauen.

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In der Dokumentation finden Sie den Bericht auf Seite 11

 

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